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Wir sind immer noch mitten drin in den Raunächten, auch wenn für Viele so nach und nach der „normale“ Alltag wieder um sich greift. Und gerade wenn Sie vielleicht jetzt nachlassen und nicht mehr an die Herausforderungen der Raunächte denken, könnte der Gedanke aufkommen: „Ach, das nützt ja alles nichts. Ich habe ja bis Jahresende mitgemacht und nichts hat sich geändert…“. Dann kann es sein, dass Sie von alten Verletzungen und von Streit wieder eingeholt wurden. Vielleicht wollten Sie gestern jemanden einfach ein gutes Neues Jahr wünschen und bekamen stattdessen, böse Worte? Oder ein Traum über einen Streit hat Sie letzte Nacht wach gehalten?

Für mich sind die Raunächte in zwei Abteilungen aufgeteilt: die ersten Raunächte dienen dem Nachsinnen und Aufdecken der Themen, die da noch unterschwellig oder ganz an der Oberfläche uns regieren. Die Raunächte des Neuen Jahres sind ganz klar für die Umsetzung da, also der konkreten Schritte im Aussen, wenn möglich.

Die Tagesenergie heute fordert uns auf, dass wir vergeben oder uns versöhnen, um vorallem auch für uns selbst Frieden zu schaffen, um nicht immer wieder dahin zurückbeordert zu werden, wo es unschön ist und vorallem, von wo wir uns nicht selbstverwirklichen können. Dabei höre ich schon Ihre Einwände und die kann ich sehr gut verstehen: „Das ist aber nicht immer möglich, weil der Andere kein Interesse an einer Versöhnung hat.“ Kenne ich nur allzu gut.

Okay! Es braucht den Anderen nicht dafür. Vergeben geschieht für Einen selbst. Sie können verzeihen, ohne dass der Andere einverstanden ist. Dabei braucht es viel Grösse dies zu tun, denn wir neigen dazu, dass wenn, dann soll der Andere gefälligst auch etwas dafür tun. Das aber haben wir nicht selbst in der Hand und solange so ein Denkteufel in Ihnen wohnen sollte, werden Sie persönlich nicht weiterkommen. Vergeben heisst ja auch nicht, dass Sie die Verletzung jetzt gut heissen und klein reden. Nein, Sie gehen aus dieser Energie nämlich raus, weil Sie diese Verletzung nicht mehr mit sich tragen wollen. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist, dass Sie so Ihren Denk- und Fühl-Horizont erweitern und in der Lage sind, sich in diesen anderen Menschen zu versetzen und seine Not fühlen können. Sie entwickeln ein Mitgefühl. Sie erkennen, dass der Andere verstrickt ist in seinen Mustern und nicht anders konnte und so können Sie das Geschehene besser verstehen und von sich weisen. Somit ist Vergebung auch eben möglich, wenn jemand nicht einlenken will oder Sie wissen, dass Sie bei einer realen Begegnung wieder nur mit Blessuren davonkommen würden oder der Andere ist bereits tot.

Bei der Versöhnung ist es schon etwas Anderes. Versöhnung basiert auf Gegenseitigkeit und eine Vergebung geht dieser als Schritt bevor. Während die Vergebung frei macht, schweisst die Versöhnung zusammen. Dies ist wichtig für ein Miteinander und gerade auch dann, wenn Sie wirklich mit der anderen Person einen engen Kontakt haben, wie z.B. innerhalb der Partnerschaft, innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz oder im Verein. Mit einer Vergebung und Versöhnung bringen Sie diese Beziehung auf ein höheres Niveau.

Und das Ganze können Sie übrigens auch rein mit sich selbst machen. Vielleicht haben Sie einen persönlichen Widerstand aufzugeben, ein sich immer wieder Ärgern über Umstände und machen sich selbst so das Leben schwer. Heute können Sie sich mit sich selbst versöhnen.

Mein Favorit als Ritual zur Vergebung ist das hawaiianische Hooponopono. Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen und dazu im Internet oder auf YouTube zu recherchieren. Ich empfehle da immer den Ulrich Dupree, der sich in seiner Arbeit voll und ganz diesem Thema verschrieben hat. Im Kern ist das Hooponopono eine systemische Arbeit mit sich selbst und dem Anderen. Durch das Mitfühlen, können wir die Faktoren ins uns selbst und in dem Anderen aufdecken, die zu der Verletzung geführt haben und uns über die gesprochene Formel: „Es tut mir leid, bitte verzeih mir, ich liebe Dich, danke“ so von dem verletzten Gefühl befreien. Ich empfehle auch, dies in Briefform zu tun und diesen Brief später rituell zu verbrennen. Wenn Sie dazu Fragen haben, melden Sie sich bei mir.

In diesem Sinne wünsche Ihnen heute einen versöhnenden Tag mit einem friedvollen Abschluss! Und denken Sie dran: die Raunächte halten bis zum 06.01. Aufgaben für uns parat…. Bleiben Sie achtsam.

Ihre

Agnes Martin-Dulemba

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